MUSIKTHEORIE

GITARRENSCHULE

Delmenhorst

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MELODIE UND HARMONIE

Bekomme einen tieferen Einblick in die melodische Ebene der Musik und die Harmonielehre. Profitiere musikalisch und gitarristisch von einem vertieften Verständnis der wichtigsten Tonleitern, Akkorde und Akkordfolgen in der traditionellen und modernen Musik.

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RHYTHMUS UND METRUM

Vertiefe Deine musikalische Kenntnis im Blick auf die „Tondauer“: Rhythmik, Metrum, Metrumwechsel, Puls, freie Rhythmik (Agogik), Synkopen, Offbeat, Taktarten, Noten- und Pausenwerte. Verfeinere und schule Dein Rhythmusgefühl mit vielen praktischen Übungen.

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GEHÖRBILDUNG

Verbessere und schule Dein musiklisches Hören, indem Du die verschiedenen Bereiche unserer Gehörbildung durchläufst: Hören von Einzelintervallen und Intervallketten, Punktdiktate, melodisches, rhythmisches und akkordisches Hören (Zweistimmigkeit, Kadenzen).

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MUSIKGESCHICHTE

Wandere mit uns durch die Epochen der Musikgeschichte: Mittelalter, Renaissance, Barock, Klassik, Romantik, Musik des 20./21. Jahrhunderts. Erfahre mehr über die Entwicklung verschiedener musikalischer Formen, von Harmonik, Melodik und Rhythmik im Laufe der Zeit.

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zum Gitarren- und Musikunterricht

Melodie und Harmonie

Die Lehre über die melodischen und harmonischen Strukturen der Musik hat sicher eine eigene Ästhetik. Sie wird in der Gitarrenschule Delmenhorst jedoch nicht als ein Selbstzweck unterrichtet. Vielmehr soll deren tieferes Verständnis einen praktischen GITARRISTISCHEN UND MUSIKALISCHEN NUTZEN mit sich bringen. Dieser kann etwa in einem besserem Verständnis der tonalen Strukturen und Eigenheiten der Gitarre bestehen. Eine vertiefte Kenntnis der Melodischen Ebene der Musik und der Harmonielehrer kann aber auch eine gute Hilfe bei der Analyse und – aus dieser heraus – verbesserten Interpretation von Musikstücken und Songs sein. Zudem fördert sie ein freieres und improvisatorisches Gitarresspielen, das musikalische und spontane Zusammenspielen mit anderen Musikern. Nicht stellt die Aneigung dieser Lehrel einen kreativen Baukasten zum Komponieren eigener musikalischer Ideen zur Verfügung.

Hans Zimmer hat einmal – vor seinem Keyboard sitzend – in einem Interview gesagt, dass jeder Komponist, wir alle „nur“ 12 Töne zur Verfügung hätten. Dieser Umstand sei für alle gleich. So seien es letztlich die Emotion, die Vorstellungskraft und die Möglichkeit den Hörer zu Berühren, die über die künstlerische Güte einer Komposition entscheiden würden.

Die angesprochenen 12 Töne sind Grundlage des westlichen Tonsystems. Dieses diatonisch-chromatisch-enharmonische Tonsystem, repräsentierbar in einem Notenstrahl, ist der Ausgangspunkt zu allen Überlegungen und Analysen bezüglich der MELODISCHEN EBENE der Musik und sodann auch für die Harmonielehre.

Von diesem Tonmaterial ausgehend, geht es um die Konstruktion von Dur- und Molltonleitern und der Organisation der entstandenen Tonarten im Quinten-Quartenzirkel. Weiterhin erlangst Du Kenntnis der wichtigsten Intervalle und ihrer Qualitäten (rein, groß, klein, vermindert, übermäßig). Daraufhin erfährst Du, wie man bestimmte Intervalle analysieren und konstruieren kann. Weitere Bereiche sind der Aufbau der Dur- und Mollpentatonik und der Kirchentonleitern (Modes).

In der HARMONIELEHRE erfährst Du zunächst mehr über Drei- und Vierklänge (Septakkorde) und deren verschiedene Formen (Dur, Moll, Übermäßig, Vermindert, Halbvermindert). Ihre Entstehung durch Terzschichtung und Veränderung der Reihenfolge der Töne (Akkordumkehrungen, Stellung, Lage) wird näher beleuchtet. Bei der Akkordlehre liegt ein gitarristischer und musiklischer Ansatz zu Grunde. Denn zum einen lernst Du die wichtigsten Akkordsymbole, Griffbilder, Grifftypen, verkürtze Akkorde und transponierbare Akkordmuster der behandelten Drei- und Vierklänge. Zum anderen wird Dir ein möglicher musikalischer Einsatz der verschiedenen Akkorde und deren Umkehrungen an Musikbeispielen erläutert.

In einem weiteren Schritt wirst Du mit den vielfältigen, wechselseitigen Beziehungen der Drei- und Vierklänge vertraut gemacht. In diesem Zusammenhang werden Dir die wesentlichen harmonischen Akkordverbindungen der traditionellen und modernen Musikkultur vorgestellt.

In der traditionellen europäischen Musik ist die Kadenz die wesentliche Akkordverbindung. Du lernst alle wesentliche Aspekte der Dur-Kadenz, der Moll-Kadenz, der erweiterten Kadenz und deren Auflösungen kennen (Authentischer Schluss, Trugschluss, Plagaler Schluss). Die ursprünglich aus drei Akkorden bestehende Grundkadenz lässt sich durch das Hinzunehmen von Parallelakkorden erweitern. Aber nicht nur dieses Themenfeld der Erweiterten Kadenz kann für Dich interessant sein. Auch die nähere Betrachtung der Stimmführungen in Kadenzen ist für das musikalische Verständnis von Akkordverbinden sehr fruchtbar zu machen.

In der Analyse moderner Musik betrachtet man jeden Ton als eine Stufe vom Grundton aus. Der Grundton und somit die Tonika bilden die erste Stufe, die Subdominante die vierte, die Dominante die fünfte usw. Außerdem werden die Akkorde als Vierklänge gesehen und gespielt (bzw. wie Vierklänge verkürzt). Hier warten viele interessante Themenfelder moderner Harmonielehre auf Dich: Die II-V-I-Verbindung, Akkordverbindungen auf Basis des Qunitfalls, Stimmführungen in modernen Verbindungen, Nashville-Number-System, Stufenakkorde.

Die Harmonielehre ist ein „weites Feld“. Je nach Deiner musikalischen Ausrichtung und Deinem speziellen Interesse könnten folgende Themenbereich für Dich von tieferem Interesse sein: Tonmaterial, das Drei- und Vierklängen als klangfärbendes Element hinzugefügt wird (Große None, große Sexte, reine Quarte, Erweiterungen, Alterationen), Substitute und Reharmonisierung (Umdeutung von Akkorden, Terzverwandtschaft), Offene Klänge (Powerchords, Sus2- und sus4-Akkorde, Slash-Akkorde).

Rhythmus und Metrum

Neben den Parametern „Tonhöhe“ (Melodik, horizontale Ebene) und „Zusammenklang“ (Harmonik, vertikale Ebene) ist die „Tondauer“ (Rhythmus, Metrum und Puls) ein weiterer Grundbaustein der Musik.

Die Tondauer kann entweder zeitlich gemessen werden, z.B. in Sekunden, Minuten usw., oder aber, und das ist der häufigste Fall, sich an einem „Metrum“ (gleichmäßiger Pulsschlag) orientieren. Das Metrum stellt zunächst keinen konkreten Notenwert dar, einzig die Gleichmäßigkeit ist entscheidend. In der musikalischen Praxis wird die Metrik oft durch gezielt angewandte „Ungenauigkeiten“ augenscheinlich „freier“ behandelt (rubato, accelerando, ritardando usw. Die Basis dieser musikalisch motivierten Abweichung ist aber die Genauigkeit des Metrums. Du musst also eine gewisse Präzision des „inneren Pulses“ entwickeln, um die erwähnten „Freiheiten“ (Agogik) mit Überzeugung musikalisch darstellen zu können.

Die Tondauer ist ein archaisches Element der Musik. So findet sich ein grundlegendes Gefühl für Puls, Metrum und Rhythmus durchaus in jedem Menschen, wenngleich auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Man kann und muss diese Fähigkeit aber in jedem Falle schulen und entwickeln.Darum ist die Beschäftigung mit dessen Grundlagen für jeden Musiker, jeden Gitarristen unabdingbar. Die Entwicklung Deiner eigenen Qualität im Bezug auf das Timing kann für Dein gitarristisches und musikalisches Vorankommen gar nicht hoch genug einschätzt werden.

So wirst Du in der Gitarrenschule Delmenhorst viele praktische Anwendungsübungen kennenlernen, die Dein Rhythmusgefühl verfeindern.

Dies kann etwa das Spielen von Synkopen auf der Gitarre sein. Als Synkope wird ein betonter Schlag außerhalb der eigentlichen Taktschwerpunkte bezeichnet.

Zudem sind für afroamerikaisch beeinflusste Musik Übungen hilfreich, bei denen man das Metronom auf „2“ und „4“ schlagen lässt. Dieser Musikbereich ist Offbeat-betont. So liegen die Akzente auf den eigentlich „leichten“ Zählzeiten „2“ und „4“ bzw. die „leichten Achtel“. Der Begriff „Leichte Achtel“ umschreibt in diesem Zusammenhang die unbetonten Achtel zwischen den Viertel-Schlägen, auch als „Offbeat“ bezeichnet.

Im Zuge dieser Rhythmusübungen, aber selbstverständlich auch in den von Dir auf der Gitarre gespielten Songs und Musikstücken lernst und alles über die gebräuchlichsten Taktarten, Metrumwechsel, Noten- und Pausenwerte.

Gehörbildung

Die Gehörbildung ist ein Bereich der Musikausbildung, der Dir eine Hilfe zum ganzheitlichen Erfassen von Musik geben soll. Dabei führt Dein Weg zum ganzheitlichen Hören über die Einzelbausteine (Parameter) der Musik, also des melodischen, harmonischen und rhythmischen Hörens.

Der Nutzen, den die Gehörbildung für Dich haben kann, ist sehr vielfältig. So bereitet Dich die Absolvierung der Gehörbildung in der Gitarrenschule Delmenhorst auf ein Musikstudium vor. Auch führt sie zu einer Verbesserung Deiner Fähigkeit Musik analytischer zu hören. Durch das Entdecken bestimmter musikalischer, immer wiederkehrender Strukturen in Deinen Lieblingsmusikstücken und bevorzugten Songs, kannst Du diese besser interpretieren. Zudem erwirbst Du dadurch die Fertigkeit in selbst komponierten Stücken und Songs gewisse melodische, harmonische und rhythmische Elemente bevorzugt einzubringen, weil Du durch die Gehörbildung genau weißt, welche dieser Bausteine der Musik Dir gut gefallen. Die verschiedenen musikalischen Parameter werden in den Übungen am Klavier angespielt.

Dabei geht es in einem ersten Schritt in der Gehörbildung in der Gitarrenschule Delmenhorst um das Hören und Erkennen von Einzelintervallen. Der Begriff „Intervall“ bezeichnet in der Musik den Abstand zwischen den einzelnen Tönen unseres westlichen, halbtönigen, enharmonischen 12-Ton-Systems. Es geht um das Erkennen von Einzelintervallen und deren notenbildliche und somit absolute Fixierung. In einem weiteren Schritt werden Punktdiktate hinzugenommen. Unter dem Begriff „Punktdiktat“ versteht man eine Tonfolge ohne Rhythmus, die direkt mitgeschrieben wird. Zunächst absolvierst Du Übungen, die das Tonraumempfinden im Violin- und Bassschlüsselbereich trainieren sollen. Sodann enthalten die Punktdiktate auch Intervallketten (Tontrauben) und Diktate über zwei Systeme, die Deine Vorstellung im Blick auf größere Tonräume schulen sollen.

Ein darauf folgender Schritt verbessert Dein melodisches und rhythmisches Hören. Weiterhin wird Dein akkordisches Hören in den Blick genommen. Du lernst den Akkordtyp in Bezug auf Tongeschlecht, Lage, Basston und Zusätzen (harmoniefremde Töne, Septimen, Nonen usw.) zu erkennen, den Akkord absolut aus dem Zusammenhang der Sopran- und Bassstimme heraus zu bestimmten und ihn in das jeweilige harmonische Umfeld funktional einzuordnen. In einem letzten Schritt wirst Du in der Gehörbildung der Gitarrenschule Delmenhorst mit zweistimmigem Hören und dem Hören von Kadenzen vertraut gemacht. Die Zweistimmigkeit wir dabei als Basis aller Mehrstimmigkeit verstanden. So ist die Fähigkeit zweistimming zu hören die Grundlage jedes erweiterten musikalischen Orientierens und Empfindens. Der Begriff „Kadenz“ verbindet sich in der Harmonielehre mit dur-moll-tonal gebundenen Akkordfolgen, die „funktionale Harmonik“ genannt werden. Die sog. „Funktionstheorie“ stellt dabei den Versuch dar, Musik durch Fokussierung auf die harmonisch wesentlichen Bestandteile leichter analysierbar, erfahbar zu machen.

Musikgeschichte

Die Beschäftigung mit den Epochen der Musikgeschichte kann einen vielfältigen Nutzen haben: Zum einen dient sie der Vorbereitung von Prüfungen im Fach Musik der allgemeinbildenden Schulen (Abitur usw.) und der künstlerischen und pädagogischen Musikstudiengänge. Desweiteren kannst Du ein von Dir gespieltes Musikstück oder einen Song besser interpretieren, wenn Du den zeitgeschichtlichen und musikgeschichtlichen Hintergrund besser kennst. Schließlich ist die Musikgeschichte durch ihren vielfältigen Bezug zur Gesellschaft und Kunst der jeweiligen Epochen interessant und hat somit einen Wert in sich selbst.

Die folgende aspektive Beleuchtung der Epochen der Musikgeschicht bezieht sich auf die klassiche Tradition der Musik. Geschichtliche Andeutungen im Blick auf die Popularmusik findest Du unter „E-Gitarre“ und „Akustische Gitarre“.

Die musikalische Epoche des Mittelalters beginnt etwa im 9. Jahrhundert und endet mit der beginnenden Neuzeit etwas im 15. Jahrhundert.

Die kirchliche Musik des Mittelalters entwickelt sich auf der Basis der römisch-hellenischen Musik der Antike. Zu dieser Zeit waren bereits erste Aufzeichnungsmöglichkeiten sowie im Bereich der Musiktheorie beachtliches Wissen vorhanden. Auf dieser Grundlage entsteht in der Epoche des Mittelalters der Gregorianische Choral – ein einstimmiger, unbegleiteter, liturgischer Gesang der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Er ist wesentlicher Bestandteil der Liturgie. Der einstimmige Vortrag des Chorals erfolgt entweder solistisch durch den Vorsänger bzw. Priester oder antiphonal, als im Wechsel zweier Gruppen (des Chores), oder responsorial, d.h. im Wechsel von Vorsänger und Chor. Grundlage des Gregorianischen Chorals ist die Psalmodie, d.h. das Rezitieren von Psalmen.

Der Gregorianische Choral bildet gegen Ende des 12. Jahrhunderts den Ausgangspunkt für die Mehrstimmigkeit in der Musik. Ihre Entwicklung setzt mit dem Hinzufügen einer im Quintabstand parallel verlaufenden Stimme (Qunitorganum) ein, später werden die Stimmen nicht von Anfang an parallel geführt, sonder beginnen mit dem gleichen Ton. Während eine Stimme auf dem Grundton stehen bleibt, steigt die andere Stimme auf, bis das Intervall der Quarte erreicht ist (daher auch der Name Quartorganum für diese Form der Mehrstimmigkeit). Im weiteren Verlauf bewegen sich die Stimmen parallel weiter und kehren zum Grundton zurück. Bald sind auch andere Intervalle zwischen beiden Stimmen möglich und die Parallelführung löst sich auf. Durch Stimmkreuzungen entstehen zusätzliche neue Möglichkeiten.

In der weiteren Entwicklung liegt die Hauptmelodie (cantus firmus) in der Unterstimme, die Oberstimme wird mit zahlreichen Verziehrungen und Melismen versehen. Nach und nach treten immer mehr Stimmen hinzu. Bei der kunstvollen Isorhythmie in der Musik des späten Mittelalters werden melodische und rhythmische Wendungen übereinandergelegt, z. T. dabei auch diminuiert bzw. gegeneinander versetzt. Damit ist die Textverständlichkeit kaum mehr gegeben. Im Vordergrund stehen dann die konstvollen Komposition sowie das Können der Sänger.

Notiert wird die mehrstimmige Musik in der Modal-, später in Mensuralnotation. Die Modalnotation bietet eine erste Möglichkei, unterschiedliche Tondauern, also lange und kurze Noten, zu notieren. Benutzt werden sechs verschiedene Modi (rhythmische Formeln) bzw. Muster, die an der Abfolge von Einzel- und Gruppentönen erkennbar sind. Bedingt durch die weitere Entwicklung der Mehrstimmigkeit wird die Modalnotation durch die Mensuralnotation abgelöst, die die Notierung differenzierterer Rhythmen ermöglicht. Die gebräuchlichen Notenwerte sind Maxima, Longa, Brevis, Semibrevis, Minima und Semiminima. Die Unterteilung dieser Werte erfolgt zunächst dreiteilig (perfekte Mensur), später auch zweiteilig (imperfekte Mensur).

Die weltliche Musik des Mittelalters ist erst seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert in Aufzeichnungen überliefert. Sie ist geprägt von fahrenden Sängern und Vagabunden, die häufig Spottlieder singen. Große Bedeutung und Ansehen besitzen die Spielleute, die Heldensagen und epische Dichtungen vortragen. In Frankreich gewinnen zudem die meist adligen Troubadours und Trouvères an Bedeutung, die eigene höfische Dichtung in der Landessprache singen. Von diesen beeinflusst entwickelt sich im deutschen Sprachraum der Minnesgesang als gesungendes Liebeslyrik.

Die Musik der Renaissance umfasst in etwa den Zeitraum des 15. und 16. Jahrhunderts. Während im Mittelalter Musik und Liturgie eine Einheit bildeten – quasi als Symbol für die Einheit von Gott und Mensch -, steht in der Renaissance der Mensch im Mittelpunkt. Dies führt zu einem veränderten Schönheitsideal und Naturbild, das sich auch in der Musik widerspiegelt. Der Musik kommt die Aufgabe zu, bei den Menschen Emotionen auszulösen bzw. anzusprechen.

In der geistlichen Musik finden sich zwei große Gattungen: die Messe und die Motette. Die Motette ist ein mehrstimmiges geistliches Chorwerk in lateinischer Sprache. Im Mittelalter bildete meist ein auf einem gregorianischen Choral basierender cantus firmus die Grundlage der Motette. Die klassische Motette der Renaissance folgt ihrem Aufbau jedoch nun den Sinnabschnitten der Textstruktur. Dabei kann jeder Abschnitt sein eigenes musikalisches Thema (sogetto) aufweisen. Das Prinzip der Durchimitation, d.h. die Wiederholung eines sogetto in allen Stimmen, löst die Verwendung des cantus firmus ab. Dadurch ist die Gleichberechtigung aller Stimmen erreicht.

Die Messe erfährt in der Renaissance in ihrer kunstvollen Ausgestaltung einen Höhepunkt und erhält eine zentrale Stellung. Waren im ausgehenden Mittelalter lediglich einzelne Teile einer Messe komponiert worden, werden nun neben den festen Bestandteilen der Heiligen Messe (ordinarium missae bzw. Ordinarium) auch die entsprechend dem Kirchenjahr wechseldnen Teile (proprium missae bzw. Proprium) vertont.

Ebenso wie die geistliche Musik wird auch die weltliche Musik in der Renaissance als Gesamtkunstwerk konzipiert. Es entstehen zahlreiche, zum Teil national unterschiedliche weltliche Gattungen, die sich im Lauf der Epoche weiterentwickeln, zu Wegbereitern für Neues werden oder selbst dieses Neue sind. Beispiele für neue Gattungen sind u. a. Canzone, Villanella, Frottola, Ballade, Suite, Chanson, Ayre, Deutsches Chorlied, Madrigal, Ricercar oder der Proportionskanon. Bei letzterem werden unterschiedliche Mensur bzw. Maßangaben für eine Melodie angegeben, weshalb sich – als Kanon ausgeführt – ein komplexer polyphoner Satz ergibt.

Die Melodik der Musik dieser Zeit ist eng an die Aussage und den Affekt (Inhalt und Charakter) des jeweiligen Textes gebunden. Unterstützt wird dies durch die Verwendung von Madrigalismen (Textausdeutung durch harmonische, melodische bzw. rhythmische Phrasen) und tonmalerischen Effekten. In vielen Werken ist Tonsymbolik zu finden, deren Effekt nur von Kennern bewusst wahrgenommen wird, weshalb diese Werke als „musica riservata“ (für Kenner „reserviert“) bezeichnet werden. Diese musikalische Gestaltung und Verstärkung der Texte in der Renaissance findet ihre Fortsetzung in der Affekten- und Figurenlehre des Barock.

Die Harmonik der Musik des 15./16. Jahrhunderts entsteht aus der linearen Anlange der Werke. Terzen und Sexten unterstützen das Streben nach dem Schönheitsideal der Renaissance. Besonders in Italien wird die Harmonik durch eine Häufung von Dissonanzen mittels einer raffinierten Chromatik bereichert.

In der Rhythmik kommt es zu Vereinfachungen: Isorhythmie (die Wiederholung einer rhythmischen Struktur in verschiedenen Abschnitten) und Mehrtextigkeit treten völlständig zurück.

Die Notation erfolgt als Mensuralnotation, die bereits im späten Mittelalter gebräuchlich war. Durch diese Notationsform ist eine genaue Festlegung des Rhythmus möglich. Der ursprünglich dreizeitige Grundrhythmus wird in der Renaissance zunehmend durch den zweizeitigen ersetzt. Bedingt u. a. durch die Verwendung von dünnerem Papier werden die Notenwerte zum Teil lediglich schwarz umrandet, daher auch die Bezeichnung „weiße Mensuralnoation“.

Die Epoche des Barock umfasst in etwa den Zeitraum des 17. und 18. Jahrhunderts und wir auch als das Generalbasszeitalter oder Zeitalter des konzertierten Stils bezeichnet.

Ziel der Musik dieser Zeit ist es, den Menschen in Affekte (Gemütsbewegungen) zu versetzen. Damit geht die Barockmusik über die Ansprüche der Renaissancemusik (Auslösen von Affekten) hinaus. Das Versetzten in einen bestimmten Affekt wird durch den Einsatz entsprechender musikalischer Gestaltungsmittel (Melodik, Rhythmik, Harmonik und Dissonanzen, Taktart, Tonart, Tempo u. a.) in der Vokalmusik insbesondere durch den Einsatz musikalisch-rhetorischer Figuren erreicht.

Die gestalterische und harmonische Basis der Barockmusik bilden Generalbass und basso continuo. Ein durchgehend spielendes Akkordinstrument ist als Bassstimme mit Bezifferung notiert (Generalbass) und wird z. T. durch ein tiefes Melodieinstrument verstärkt. Die Bezifferung geben die zu spielenden Akkorde an, die dem ausführenden Künstler Raum für Improvisation und Verzierungen bieten.

In der Epoche des Barock setzt sich die Dur-Moll-Harmonik durch. Moderne Notenschrift (heutige Form der Notation), die Gliederung der Musik in Takte und das Hinzufügen von Tempoangaben zu Beginn eines Werkes sind Neuerungen dieser Zeit, die noch heute gebräuchlich sind.

In der Vokalmusik entsteht die Monodie (Sologesang mit Begleitung), die als Gegenpol zum mehrstimmigen Gesang zur neuen Ausdrucksform wird. Aus der Monodie entwickeln sich u. a. Rezitativ und Arie, die u. a. in der neu in Italien aufkommenden und sich von dort aus verbreitenden Oper eine tragende Rolle spielen. In den kunstvoll und virtuos gestalteten Barock-Opern erlebt der Kastratengesang seinen Höhepunkt. Neben der Oper kommen neue Gattungen wie Oratorium und Passion, Kantate und Choral (evangelisches Kirchenlied) auf.

Die eigenständige Instrumentalmusik, zu der neben Orchester- und Kammermusikwerken auch solistische Werke gehören, entfaltet und emanzipiert sich. Die Besetzung des Orchesters erfährt ihre Standadisierung. Violine, Traversflöte und Cembalo sind zentrale Instrumente, die Orgel erlebt ihre Blütezeit. Das konzentrierte Prinzip wird u. a. im Concerto grosso kennzeichnendes Merkmal der barocken Instrumentalmusik. Hier sind zwei miteinander bzw. gegeneinander musizierende Gruppen gegenübergestellt: die Grupee von Solisten (Concertino/Solo) dem (Streich-)Orchester (Ripieno/Tutti). Dadurch ergibt sich eine kontrastische Dynamik- und Klangwirkung.

Neben dem Concerto grosso bildet sich das Solokonzert mit einem oder mehreren solistisch eingesetzten Instrumenten als Ritornellkonzert aus, bei dem die Motivik der sich wiederholenden Tutti/ Ritornellteile in den Soloteilen verarbeitet und weitergeführt wird. Eine weitere Gattung der Instrumentalmusik ist die Suite, bestehend aus einer Abfolge von Tanzsätzen, sowie Musik für Ballett, das in Frankreich ihre Blüte erlebt. Gattungen im Bereich der solistischen Instrumentalmusik sind u. a. Präludium, Fuge, Invention, Passacaglia, Toccato, Solosonate.

Die Aufstellung der Ensembles, die Bauweise der Instrumente, dadurch bedingt, auch deren Klangfarben sowie die Spielweise weichen erheblich von den heutigen Gegenbenheiten ab. Im Zuge der historischen Aufführungspraxis wird jedoch versucht, dieser Ursprünglichkeit wieder gerecht zu werden.

Die musikalische Epoche der Klassik umfasst in etwa den Zeitraum des frühen 18. Jahrhunderts und beginnenden 19. Jahrhunderts.

Der Umbruch in der Gesellschaft und die veränderten Klangideale der Musik leiten ab den 1720er-Jahren einen Stilwandel ein, der parallel zum Spätbarcok verläuft (galanter Stil, empfindsamer Stil). Gekennzeichnet ist dieser Stilwandel durch die Abkehr von der strengen Kongtrapunktik des Barock. Im Vordergrund stehen nun eine kantable Melodik und klare Harmonik.

Die Musik der Wiener Klassik zeichnet sich durch Klarheit, Überschaubarkeit, Einfachheit und Natürlichkeit aus. Im Vordergrund steht eine insgesamt liedhafte Melodik mit Gliederung in einzelne Motive und Perioden, also in meist 8 Takte, die zweiteilig, z. T. symmetrisch aufgebaut sind. Der Verlauf des musikalischen Geschehens ist von der kunstvollen Verarbeitung diese motivisch-thematischen Materials geprägt. Das Thema kann dabei in seinem Ablauf auf verschiedene Stimmen aufgeteilt sein. Diese Kompositionstechnik wird als „durchbrochener Stil“ oder „durchbrochene Arbeit“ bezeichnet. Die Harmonik der Musik dieser Zeit ist insgesamt schlicht und der Melodik untergeordnet.

Im formalen Bereich findet sich allmählich eine feste Satzfolge. Die Sonatenform (auch Sonantenhauptsatzform) setzt sich mehr und mehr durch. Der Aufbau des Kopfsatzes (1. Satz) folgt dabei einem festen Schema: der Komponist stellt im Anfangsteil, in der Exposition, die in der Regel kontrastierenden Themen (dualistisches Prinzip/Themendualismus) nacheinander vor, verarbeitet diese anschließend in der Durchführung, wiederholt die Exposition auf einer anderen Tonstufe (Reprise) und rundet den Satz mit der Coda (Schlussgruppe) ab.

Besondere Bedeutung für die Entwicklung der Musik der Wiener Klassik kommt der Mannheimer Schule (musikalische Stilrichtung am kurfürstlichen Hof in Mannheim) zu. Deren Einfluss bezieht sich dabei gleichermaßen afu Formbildung, Besetzung, melodische Charakeristika etc. wie auf die Disziplin des Orchesters im Hinblick auf die musikalische Ausführung (z.B. Präzision, einheitlicher Bogenstrich). Die Dynamik wird erweitert, es finden sich extreme dynamische Kontraste und Steigerungen sowie flißendes Dynamik- und Tempoübergänge. Daneben sind zahlreiche Effekte in den Werken der Mannheimer Schule zu finden, die als Mannheimer Manieren bezeichnet werden und nachfolgende Komponisten nachhaltig prägten. Dazu zählen die Mannheimer Walze (crescendierende aufwärts gerichtete melodische Figur mit Sequenzierung), die Mannheimer Rakete (crescendierende aufwärtssteigende Bewegung als gebrochener Dreiklang oder Tonleitermotiv zu einem Spitzenton), der Mannheimer Vorhang (Akkordwiederholungen im fort zu Beginn eines schnellen Satzes, meist in Viertelnoten), Seufzermotive, Tremoli u. v. a.

Neue Gattungen der Klassik sind Streichquartett und Symphonie. Die Oper bleibt als Gattung bestehen, die Texte werden jedoch zunehmend gesellschaftskritischer. Neben der opera seria (ernste Oper) entwickelt sich die opera buffa (komische Oper) und das Singspiel, dem tänzerische Einlagen und gesprochene Texte hinzugefügt werden. Die Instrumentalmusik erlebt durch das öffentliche bürgerliche Konzertwesen einen Aufschwung. Hausmusikabende erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Die musikalische Epoche der Romantik umfasst in etwa den Zeitraum des 19. Jahrhunderts – beginnend im ausgehenden 18. Jahrhundert und ended im frühen 20. Jahrhundert.

Die Frühromantik entwickelt sich parallel zur Spätklassik, eine exakte Abgrenzung ist daher nicht möglich. Die Blütezeit der Epoche liegt in der Hochromantik. Die Spätromantik steht mit einem stark ausgeprägten Individualismus der Komponisten und der damit verbundenen neuen Tonsprache bereits an der Schwelle zur Neuen Musik bzw. Moderne. Die Übergänge der einzelnen Abschnitte sind fließend und daher zeitlich nur grob zu definieren.

Die Idee der Romantik ist die Verschmelzung der Künste. Musik gilt dabei als universelle Sprache. Im Vordergrund stehen Themen wie Sehnsucht und Leid, Traum und Fantasie, Sagen und Mystik, das Erleben der Natur und Naturerscheinungen. Insbesondere in der deutschen Romantik wird u. a. das Kunstlied durch die Verbindung von Poesie und Musik zur idealen Ausdrucksform für Gefühl und Wahrnehmung.

Daneben entwickeln sich Nationale Schulen. Hier verarbeiten die Komponisten landestypische volksmusikalische Elemente und Stile und machen die Natur ihrer Heimat selbst zum Thema der Komposition. Vielfach finden sich in Werken der Romantik Elemente fremder Kulturen. Dies zeigt sich u. a. in neuartigen rhythmischen, harmonischen wie auch melodischen Strukturen sowie der instrumentalen Ausgestaltung.

Prägend für die Epoche der Romantik ist auch das Virtuosentum. Meisterhafte Solisten steigern die spieltechnischen Möglichkeiten ihres jeweiligen Instrumentes und stellen dies auch öffentlich zur Schau. Sie sind quasi die „Akrobaten der Musik“. Frauen bleiben von einer öffentlichen Bestätigung als Komponistin bzw. Solistin nach wie vor weitgehend ausgeschlossen. Eine Ausnahme bildet die Pianistin Clara Schumann, die sowohl als Klaviervirtuosin wie als Komponistin in der männerdominierten Welt große Erfolge feiert.

In der Musik der Romantik erfährt die Harmonik eine deutliche Erweiterung. Der Tonraum vergrößert sich erheblich. Die Weiterentwicklungen und Neuerungen in der Orchesterinstrumentierung bieten einen neuen Reichtum an faszinierenden Klangfarben. In der dynamischen Gestaltung finden sich nun extreme Unterschiede. Die Angaben zu Tempo und Temposchwankungen werden sehr differenziert gestaltet. Im Zuge des Nationalbewusstseins zeigt sich eine Abkehr von der Verwendung italienischer Bezeichnungen, weshalb Vorschriften bezüglich Spielweise, Tempo etc. nun in der Landessprache angegeben werden, ebenso bedienen sich Oper und Lied u. a. in Deutschland der Nationalsprache. Formal bewegen sich die Komponisten der Romantik gleichermaßen zwischen konservativ wie progressiv geprägten Gattungen und Stilen. Alte Meister – wie Johann Sebastian Bach – werden wiederentdeckt, klassische Formen wie Sonate und Symphonie übernommen und weiterentwickelt. Daneben enstehen eine Vielzahl neuer Gattungen mit den damit verbundenen neuen Klangsprachen, wie Programmmusik, Symphonische Dichtung, Miniaturen und Charakterstücke, Kunstlied, Operette sowie national geprägte Werke wie Polonaise, Mazurka und Ballett. Das Klavier ist das zentrale Instrument der Romantik.

Die folgenden Anmerkungen zur Musik des 20./21. Jahrhunderts beziehen sich auf die klassische Tradition der Musik. Aspekte der Populären Musik – soweit sie sich auf musikalische Genres bezieht, die mit der Gitarre in Zusammenhang stehen – werden unter „Akustische Gitarre“ und „E-Gitarre“ verhandelt.

Für die Musik des 20./21. Jahrhunderts existiert noch keine allgemeingültiger Epochenbegriff. Eine Unterteilung in Moderne, zeitgenössische Musik, Neue Musik und Avantgarde ist von den jeweiligen musikwissenschaftlichen Autoren abhängig und wird in den Publikationen z. T. unterschiedlich vorgenommen.

Aktuell zeichnet sich die Tendenz ab, die Musik des 20./21. Jahrhunderts insgesamt als Neue Musik zu bezeichnen.

Die Musik des 20. Jahrhunderts ist geprägt von einem Stilpluralismus, der jeweils in engem Zusammenhang zu den individuellen Ideen und Persönlichkeitsmerkmalen der einzelnen Komponisten steht. Im 20. Jahrhundert gibt es keine einheitliche musikalische Richtung mehr. Es kommt zur vollständigen Loslösung von traditionellen harmonischen und formalen Strukturen in unterschiedlichsten Ausprägungen. Verfremdungselemente und Einflüsse aus Folklore und außereuropäischen Kulturen geben dem musikalischen Geschehen eine eigene Färbung. Die Vielfalt an Stilen zeigt sich bereits zu Beginn der Epoche an folgenden Richtungen:

Impressionismus (Wiedergabe einer Stimmung durch Klangfarben, z. b. durch Mixturen), Expressionismus (subjektive Ausdruckssteigerung, z. B. durch Dissonanzen), Neoklassizismus (Streben nach Klarheit und Einfachheit in Anlehnung an Vorbilder des 18. Jahrhunderts), Futurismus (Geräuschmusik), Zwölftonmusik bzw. Dodekaphonie (ein Kompositionsstil, bei dem alles zwölf Töne unseres Tonsystems einander gleichberechtigt sind und kein Bezug zu einem Grundton besteht. Das Tonmaterial sind die Töne der chromatischen Tonleiter), Serielle Musik (Weiterentwicklung der Zwölftonmusik mit mathematischer Festlegung von Tondauern, Lautstärke und Klangfarbe), Elektronische Musik (elektronische Klangerzeugung und -wiedergabe), Aleatorik (Zufallsmusik), Neue Einfachheit (Streben nach leicht fasslicher Musik, z. B. durch tonale Bezüge), Experimentelle Musik (Entstehungsprozess steht im Vordergrund, Realisation ist dem Ausführenden überlassen und daher nicht vorhersehbar), Klangflächenkompositionen (vertikale und horizontale Klangverbindungen, z. B. durch Cluster und Glissandi), Collagen (übergangsloses Zusammenfügen einzelner unabhängiger Kompositionen zu einem neuen Werk), Minimal Music (einfache Patterns als Grundlage, die mit minimalen Veränderungen häufig wiederholt werden).

Das Streben nach Erweiterung und größerer Freiheit spiegelt sich in den harmonischen Merkmalen in der Musik des 20./21. Jahrhunderts wieder, so z. B. in der Polytonalität/Bitonalität, bei der zwei oder mehr Tonarten gleichzeitig vorkommen, oder durch die Emanzipierung der Dissonanz, indem Konsonanz und Dissonanz gleichwertig nebeneinander stehen. Freitonalität, bei der die Akkorde tonal als Tonika, Dominante, Subdominante deutbar sind, oder Atonalität sind ebenfalls typisch. Das Tonsystem erfährt eine Neugestaltung z. b. durch Mikrotonalität (Vierteltöne), exotische Tonsysteme (Ganztonsystem, Pentatonik) und durch die Wiedereinführung der Kirchentonarten.

Auch bezüglich der Melodik findet eine Abkehr von traditioneller Gestaltung statt. Hier sind die Komponisten auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Dies zeigt sich u. a. in der Verwendung ungewöhnlicher Intervalle oder in dem Bestreben, eine Melodik gänzlich zu vermeiden bzw. nur fragmentarisch einzusetzen.

In der Rhythmik zeigen sich die Neuerungen z. B. durch den Einsatz unregelmäßiger Taktarten (starke und leichte Betonung in unregelmäßiger Abfolge, z. B. Zusammensetzung eines 8/8tel-Taktes in 3+3+2), Polymetrik (zwei oder mehr Taktarten gleichzeitig) und häufiger Taktwechsel.